Wissenswertes

Umfrage zur Präimplantationsdiagnostik (PID)

Anfang dieses Jahres häuften sich wieder die Diskussionen um das Thema Präimplantationsdiagnostik (PID). Ein nicht ganz einfaches und zugleich sehr sensibles Thema. 

 

Was versteht man unter PID?

Bei der PID werden einem mehrzelligem Embyo zwei Zellen entnommen. Diese werden sodann auf genetische Anomalien untersucht. Wenn die Analyseresultate beider Zellen in Ordnung sind, d.h. keine genetischen Anomalien vorliegen, wird der entsprechende Embryo in den Uterus der Frau eingesetzt.

 

Wie ist der bisherige Sachstand?

Bisher ist man davon ausgegangen, dass nach dem Embryonenschutzgesetz PID verboten war. Mit Urteil des Bundesgerichtshofes vom 06. Juli 2010 stellte dieser jedoch fest, dass das Gesetz kein grundsätzliches Verbot vorsieht und daher ein gesetzlicher Regelungsbedarf besteht. Anfang dieses Jahres hat der Deutsche Bundestag über drei verschiedene Regelungen diskutiert. Am 07. Juli 2011 soll darüber im Bundestag abschließend abgestimmt werden.

 

Vorschlag 1 (Verbot)

Der Vorschlag sieht ein Verbot von PID vor. Begründet wird dies mit der Tatsache, dass es sehr schwer ist, zwischen lebenswertem und nicht lebenswertem Leben zu unterscheiden. Dies würde zudem das Grundrecht der Menschenwürde einschränken und Menschen mit Behinderungen diskriminieren.

 

Vorschlag 2 (assistierte Empfängnis)

Dieser Vorschalg befürwortet eine begrenzte Zulassung der PID. Hier muss mindestens bei einem Elternteil eine humangenetische diagnostizierte Disposition vorliegen, welche sodann mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Fehl- oder Todgeburten oder  zum Tod des Kindes im ersten Lebensjahr führt. Ausschlaggebend ist hierbei einzig und allein die Lebensfähigkeit des Embryos, nicht ein bestimmtes Krankheitsbild.

Hinweis: Der Vorschlag wird derzeit von MdB Röspel u.a. nachgebessert. Die Passage "...oder zum Tod des Kindes im ersten Lebensjahr führt" soll entfallen.

 

Vorschlag 3 (Selektion)

In diesem Fall wird PID als Ausnahmefall zugelassen, nämlich dann, wenn ein oder beide Elternteile die Veranlagung für eine schwerwiegende Erbkrankheit in sich tragen oder mit einer Tot- oder Fehlgeburt zu rechnen ist. Auch gelten wie bei Vorschlag 2 besondere Auflagen wie vorherige Aufklärung und Beratung etc.. Ziel des Antragstellers ist es hier, Frauen und Paare vor schweren körperlichen und seelischen Belastungen im Hinblick auf die Schwangerschaft sowie die Vermeidung von Spätabbrüchen zu schützen.

 

PUSTEWIND®- Umfrage

 

Die Umfrage wurde bundesweit gestreut, u.a. an viele ACHSE-Vereine (Achse bündelt bundesweit alle Vereine, welche sich mit seltenen Krankheiten beschäftigen), das Kinderpflegenetzwerk/ Kinderpflegekompass, Gesundheitsinsel Rügen e.V., Delphinnetzwerk, Netzwerk Förderkinder etc.. Aufgrund der geringen Beteiligung kann hier nicht von einer repräsentativen Umfrage ausgegangen werden. Gleichwohl lässt sich ein Trend für den (Flach)-Vorschlag 3 feststellen. Dieser zeichnete sich ebenso in der SONNTAGSRUNDE am 29. März 2011 ab, zu welcher PUSTEWIND® mit folgendem Thema geladen hatte: "DESINGER-BABY oder Chance für ein GESUNDES KIND? PRO und CONTRA der Präimplantionsdiagnostik (PID)."

 

Das Leid vieler betroffener Familien ist einfach zu groß, um zu ignorieren, dass es die Möglichkeit einer PID und damit zumindest eine größere Chance für ein gesundes Kind gibt. Aber ebenso die Tatsache, dass man für ein neugeborenes Kind Verantwortung übernimmt, spricht für die Zulassung. - Verantwortung dahin, dass man später sagen kann: 'Ja, mein Kind, ich habe unter den nicht einfachen Voraussetzungen und mit meiner schlimmen Veranlagung geschaut, das es Dir gut geht und Du nach allen Möglichkeiten der Wissenschaft ein gesundes Kind wirst!' Eine Diskriminierung unserer bereits schwer erkrankten/ behinderten Kinder haben wir in diesem Fall - entgegen aller Medienberichte - nicht gesehen.

 



 

 

Worte der Betroffenen
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